besser bier brauen


Weil's besser schmeckt: Volkers Untertageb(r)au

Aus der Rubrik "Meine Anlage und ich"

Seit gut acht Jahren braut Volker, im Hobbyrauer-Forum als sauwuerger bekannt, nun schon sein eigenes Bier. Und zwar aus einem so einfachen wie naheliegenden Grund: Alles, was mit Essen und Trinken zu tun hat, versuche ich selbst herzustellen, weil es besser schmeckt. Das Bier ganz besonders!

Angefangen hat er, wie die meisten von uns, recht bescheiden: Sein erster Sud brachte gerade einmal 15 Liter hervor. Die aber müssen so gut geschmeckt haben, daß alsbald die Nachfrage aus dem Freundeskreis zu wachsen begann. Schnell vergrößerte sich so der Brauereiausstoß auf zweieinhalb Hektoliter im Jahr – womit die alte Ausrüstung irgendwann an ihre Grenzen stieß. Expansion war also das Gebot der Stunde, und der Anstoß zur heutigen Anlage war gegeben.

Ich konnte mich am Anfang nicht so recht entscheiden wie ich heize, sagt Volker, und diese wichtige Grundsatzfrage forderte Zeit: Sechs Monate gingen ins Land, ehe schließlich feststand, daß wegen der günstigen Betriebskosten mit Holz geheizt werden sollte. So wurde Hand angelegt und als Herz der Anlage wurden gleich zwei Waschkessel besorgt, denn im Bedarfsfall sollten auch mehrere Kochmaischen kein Problem machen. Beim nächsten Mal würde ich allerdings trotz höheren Kosten wohl direkt einen neuen Kessel kaufen, denn einen gebrauchten und dennoch brautauglichen zu finden, war nicht leicht.

Zum Problem wurde stattdessen der Standort des Sudhauses. Der ist nicht irgendwo, sondern im Keller: Ich wollte vom Wetter unabhängig brauen und keinen Ärger mit meiner Frau. Dort, unter Tage, gab es allerdings nur einen Kaminanschluß. Diese anfangs nicht bedachte Hürde konnte aber schließlich mit Verteilerrohren gelöst werden, und nun können in einem Braugang, je nach Sorte, gut 100 Liter hergestellt werden. Das tut Volker an sechs bis acht Brautagen im Jahr, denn mittlerweile versorgt er eine ganze Mittelaltergruppe mit seinem Hausbräu.

Auch, wenn er seine Anlage nicht als einzigartig bezeichnen möchte: Für Volkers Bedürfnisse ist sie optimal. Mal sehen, wie lange noch: Auch zu Zeiten von Rittern und Minnesängern war man durstig, und mittlerweile fließen fünf bis sechs Hektoliter aus Volkers Sudhaus in durstige Kehlen. Die nächste Expansion ist also vermutlich nur eine Zeitfrage...