Eine Diskussion findet nicht statt.
Mancher, insbesondere Leser des VHD-Mitgliederrundbriefes "Schalander", aber
auch Mitglieder und Leser von brauherr.de werden sich in den letzten Wochen gewundert haben.
Die einen über einen Beitrag in jenem Rundbrief, die anderen über einen erst auf der
Hauptseite angekündigten und dann verschwundenen Mitgliederbereich. Beides muß und will
ich hier aufklären und als Anlaß für einen grundsätzlichen Kommentar nutzen.
In jenem Artikel, der sich mit dem schon seit langem von einem Teil der Mitglieder
kritisierten Verkostungssystem für Bierprämierungen konstruktiv auseinandersetzt,
habe ich einige Änderungen vorgeschlagen, die nach meiner festen Überzeugung den
Wünschen aller Beteiligten gerecht werden, ohne dabei wesentlich mehr Aufwand zu
erfordern oder jemanden auszuschließen. Nachdem ich weiß, das ich mit meinen Vorschlägen
auf mehr als ein Paar offene Ohren stoße, ist die Art und Weise, wie mit dem Thema seither
insgesamt umgegangen wurde, bezeichnend. Damit sich jeder selbst ein Bild davon
machen kann, möchte ich hier, bevor ich abschließend selbst Position beziehe, allen die
Chronologie der Sache nahebringen.
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September 2009: Auf den Hobbybrauertagen kommt
es bei der Bierverkostung aufgrund
unklarer Sortenbeschreibungen zu Irritationen. Einige Mitglieder äußern sich, wie
auch in den Jahren zuvor schon öfter, daß hier Änderungsbedarf bestehe,
andere lehnen dies ab, wieder andere halten die immer wiederkehrende
Diskussion für aussichtslos. Ich selbst gehöre zur
erstgenannten Fraktion und schlage (ebenfalls wiederholt) dem Vorstand
die Ausarbeitung eines erweiterten Konzepts vor. Dies stößt erwartungsgemäß auf sowohl
offene Ohren, wie auch auf Ablehnung und Skepsis. Wir verständigen uns
darauf, meinen Vorschlag im Vereinsblatt zu veröffentlichen und bis
zu den nächsten Brautagen zu diskutieren, am besten in einem zu diesem
Zeitpunkt noch nicht existierenden internen Diskussionsbereich der Vereinswebsite.
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Oktober 2009: Mein Artikel ist, nach Abstimmung mit
einigen Befürwortern der Initiative, fertig und soll in der nächsten Ausgabe des
"Schalander" erscheinen. In der Druckvorlage selbst fehlt noch
eine konkrete Internetadresse für die Diskussion; die Vereinswebsite wartet laut
einem der zuständigen Betreuer auf "grünes Licht vom Vorstand",
weshalb ich vorschlage, eine Diskussion/Abstimmung notfalls auf einer
der vielen kostenlos nutzbaren Abstimmungsplattformen (z.B.
"Doodle") oder, bei rechtzeitiger Planung, in einem
geschützten Bereich auf brauherr.de anzusiedeln.
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5. Januar 2010: Nach längerer Funkstille erfahre ich,
daß mein Artikel jetzt gedruckt und "nächste Woche" verschickt werde.
Auf die Frage, wo nun die Diskussion stattfinden soll,
kann ich aufgrund der Kürze der Zeit nur eine separate Emailadresse
angeben. Die Vereinswebsite hat noch immer keine Diskussionsplattform und ich
akut keine Zeit, auf brauherr.de eine einzurichten.
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Dienstag, 9. Februar 2010: Ich erhalte an meine
private Emailadresse eine Email eines Vereinsmitglieds zum Thema Verkostung. Erst,
als ich kurz darauf den gedruckten "Schalander" im
Briefkasten habe, wird mir klar, daß diese Email eine erste Reaktion zum
Thema ist - im Schalander wurde versehentlich die falsche Adresse abgedruckt.
Da dort außerdem noch die Adresse der brauherr.de-Portalseite
steht, und ich vermeiden möchte, daß jemand denkt, ich hätte vergessen,
dort einen weiterführenden Bereich einzurichten, entschließe
ich mich, zunächst einen provisorischen Hinweistext einzublenden,
der das Mißverständnis aufklärt.
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Mittwoch, 10. Februar 2010: Ich kann kurzfristig
ein paar Stunden freischaufeln und schlage, da die Vereinswebsite
seit längerem unverändert ist, dem Vorstand vor, nun doch
schnell einen geschützten Bereich mitsamt separatem Diskussionsforum
auf brauherr.de einzurichten. Außerdem bitte ich, die
Kontaktdaten wenigstens in der Onlinevariante des "Schalander",
die noch nicht veröffentlicht ist, zu korrigieren.
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Donnerstag, 11. Februar 2010: Der Vorschlag wird
begrüßt, der von mir vorgeschlagene Authentisierungsmodus für
Mitglieder (mit kleinen Änderungen) ebenfalls. Man will mir bis
zum Abend grünes Licht und die benötigten Daten
geben. Ich sage zu, den Bereich noch vor der kommenden Woche
fertigzustellen. Ein Vorstandsmitglied empfiehlt, sich
"aus Erfahrung" nicht zu große Hoffnungen
auf Rückläufe zu machen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich
bereits per Mail mehrere Rückmeldungen vorliegen.
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Freitag, 12. Februar 2010: Ich habe mich beeilt,
der interne Bereich samt Forum und Anmeldesystem ist
bereit. Allerdings habe ich weder ein Veto noch
die nötigen Daten erhalten und frage nach.
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Sonntag, 14. Februar 2010: Auf der
Vereinswebsite ist der betreffende "Schalander"
nun online erhältlich. Die Kontaktadressen sind dort nicht
korrigiert.
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Montag, 15. Februar 2010: Keine Antwort auf
meine Rückfrage vom Freitag. Ich frage erneut nach.
Erste verwunderte Anfragen von Mitgliedern erreichen mich, warum
man sich nicht anmelden könne.
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Dienstag, 16. Februar 2010: Mir wird
mitgeteilt, daß es doch unerwartete Widerstände gebe. Ich ändere
die entsprechenden Texte auf brauherr.de und warte weiter. Spätabends
erhalte ich per Email die Anfrage eines der Internetbetreuer des
Vereins, ob ich eventuell doch bereit wäre, die Diskussion auf
der Vereinswebsite zu führen. Ich erkläre, daß ich ungeachtet
der dann als vergeudet zu betrachtenden bereits investierten
Arbeitszeit im Interesse der Sache damit leben könne.
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Sonnabend, 20. Februar 2010: Seit meiner ersten
konkreten Anfrage zum eigentlichen Thema sind fast
150 Tage vergangen. Aus diesem Grund entschließe ich
mich, einige Konsequenzen zu ziehen. Die erste ist dieser
Beitrag.
Mein persönliches Fazit aus dieser Angelegenheit ist bisher - und zwar zwangsläufig! - dieses:
Ein maßgeblicher Teil des Vereins und/oder seiner Führung ist entweder noch
nicht in der kommunikativen Realität des 21. Jahrhunderts angekommen oder verweigert
sich durch Verzögerung und Bedenkenträgerei einer offenen Diskussion.
Wenn man das offizielle Vereinsgeschehen auf eine weniger als zweistündige Jahreshauptversammlung,
bei der im Wesentlichen die Entlastung des Vorstands, der ansonsten in
weitgehend abgeschiedenen "Klausurtagungen" Themen diskutiert und entscheidet,
sowie ab und an kollektive "en bloc-Wahlen" desselben reduziert, stellt sich
einem an aktiver Teilhabe interessierten Mitglied zwangsläufig die Frage nach dem Sinn
und Nutzen. Meine persönlichen Antworten lauten hierauf:
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Einmal im Jahr gemeinsames Wandern und Biertrinken.
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Ab und an gefällig aufbereitete Informationen auf Papier, die
obendrein trotz Druck und Posttransport noch vor dem Erscheinen
im Medium der Gegenwart (sog. "Internet") erhältlich sind.
Ich will keines von beidem Schlechtreden. Ich schätze die gemeinsamen
jährlichen Ausflüge ebenso wie die Informationen. Von
"zeitnah" und von einem aktiven Vereinsleben habe
ich, und zwar dank modernen Kommunikationsmitteln und entsprechenden Vorbildern
aus anderen Kontinenten auch bei einer räumlich verstreuten Mitgliederstruktur, allerdings
eine deutlich andere Vorstellung. In der derzeitigen Form ist dieser
Verein nach meiner Definition keiner, denn: Eine Diskussion findet nicht statt.