besser bier brauen


Biersorten

Klar: Pils kennt jeder. Ist doch das beliebteste Bier in Deutschland. Ist es das eigentlich wirklich? Oder trinken die meisten Pilstrinker nur deswegen Pils weil sie eigentlich weder Pils noch Bier mögen? Eines ist gewiß: Bier soll heute nicht mehr möglichst gut schmecken, sondern möglichst vielen. Das finden jedenfalls – verständlicherweise – die weltweit operierenden Brauimperien, deren Ausstoßmengen man am besten als Exponentialwert notiert.

Dabei bietet ausgerechnet Bier so unglaublich viele Variationsmöglichkeiten – man darf getrost behaupten: So viele, daß Produzenten anderer Genußmittelbranchen eigentlich durchweg neidisch dreinschauen müßten. Der Versuch, alle Biere dieser Welt aufzuzählen oder wenigstens in eindeutige Kategorien einzuteilen, ist daher natürlich zum Scheitern verurteilt. Immerhin lassen sich die meisten Biere deutlich anhand der eingesetzten Hefe unterscheiden:

Obergärige Biersorten

Der Name sagt es bereits: Diese Biere werden mit obergäriger Hefe hergestellt. Das führt zu einem komplexeren Aroma- und Geschmacksprofil und gestattet außerdem, im Rahmen der deutschen Vorschriften für die Bierherstellung ("Reinheitsgebot") neben Hefe, Wasser und Gerstenmalz einige weitere Zutaten einzusetzen. Neben Karamell oder Zucker sind das vor allem Malze aus anderen Getreiden wie beispielsweise Dinkel oder Weizen.

Obergärige Hefen fühlen sich bei mitteleuropäischer Raumtemperatur am wohlsten. Ihre gezielte Verwendung reicht daher historisch am weitesten zurück. In vielen Ländern mit ausgeprägter Bierkultur erfreuen sich diese Hefestämme (auch Ale-Hefen einer ungebrochenen Beliebtheit, etwa in Belgien oder im Vereinigten Königreich (Ales, Stout oder Porter). Eine solche nationale Beliebtheit hat sich in Deutschland bisher nur das bayerische Weizenbier allmählich zurückerobern können, während andere obergärige Spezialitäten nach wie vor leider nur regionale Bedeutung erreichen.

Untergärige Biersorten

Untergärige Hefen (Lager-Hefen) arbeiten bei deutlich niedrigeren Temperaturen. Der hierdurch verlangsamte Stoffwechsel läßt deutlich weniger Fuselalkohole und Ester entstehen. So prägen die Aromen der eingesetzte Getreide und des Hopfens den Gesamteindruck deutlich stärker, der Geschmack wird daher allgemein als reiner und klarer bezeichnet. Bei manchen Bieren allerdings, wie einigen Pilsner Typen, kann eine leichte, von der Hefe stammende schweflige Note erwünscht und typisch sein.

Neben einer Kühlmöglichkeit erfordert die handwerkliche Herstellung solcher Biere auch deutlich mehr Zeit und Geduld. Wegen der relativ langen Lagerzeit werden untergärige Biere oft auch als Lagerbiere bezeichnet, besonders im angelsächsischen Sprachraum (und, im Zuge einiger werblicher Experimente, auch bei uns).

Bierpezialitäten von A bis Z

Diese Liste wird laufend erweitert. Wenn Du neugierig auf weitere Sorten bist, sieh öfter mal vorbei oder abonniere den brauherr.de RSS-Dienst (geeigneter Browser oder RSS-Empfänger nötig).